Gründung


Der Kanu-Club Witten wurde 1929 gegründet. Der Gründer des Vereins war Wilhelm Rüßmann. Er hatte tatkräftige Mitarbeiter um sich versammelt, zu denen u.a. Hermann Degener, Walter Oetzel und Ewald Luther gehörten.
Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Renn- und Wandersport zu fördern. Doch zuerst musste das Bootshaus gebaut werden.
Im Juni 1929 wurde ein Grundstück an der Nachtigallstraße vom damaligen Besitzer Frielinghaus gepachtet. Der Vertrag wurde per Handschlag geschlossen und hatte mehrere Jahrzehnte Gültigkeit. Dann wurde das Bootshaus gebaut.

Der Verein begann mit dem Wandersport. Kurz danach wurde der Wettkampfsport eingeführt. Nur mühsam konnten die Kosten für Rennboote aufgebracht werden.

Bei den Deutschen Meisterschaften in den Jahren 1935 bis 1939 wurden mehrere erste und zweite Plätze im CII erzielt. 1936 nahm das Mitglied Willi Köster an der Olympiade in Berlin teil. Auch die damalige Jugend belegte auf Westdeutschen Meisterschaften erste Plätze.
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges kam der Wander- und Rennsport zum Erliegen, das Bootshaus wurde zerstört. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau des Bootshauses. Die beschädigten Boote wurden instand gesetzt. Es dauerte bis zum Jahr 1951, ehe durch Spenden aller Mitglieder ein neuer C8 gekauft werden konnte.
Nachkriegszeit
Bereits kurze Zeit nach dem Krieg wurde das Training wiederaufgenommen und erste Erfolge stellten sich ein. Nach 1955 erreichten die Mitglieder des Vereins auf Westdeutschen, Deutschen und Internationalen Meisterschaften wieder Siege. Einige Rennfahrer wurden vom DKV zur Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften berufen. Auch die Wanderfahrer wurden wieder aktiv.

Bei den Rennfahrern sind aus diesen Jahren die folgenden Sportler besonders zu erwähnen. Sie haben den KCW über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht:
| Günter Schulte/Heinz Lerch |
CII |
| Peter Hoffmann |
CI/CII |
| Roland Kriebel/Norbert Usadel |
CI/CII |
| Klaus Hannemann |
CI |
| Hans Joachim Burkhardt/Rolf Pieronzyk |
CI/CII |
| Dieter Soult |
CI |



1972 hat Peter Hoffmann mit seinem damaligen Partner Hermann Glaser, der nur kurze Zeit dem KCW angehörte, Deutschland auf der Olympiade in München im CII mit einem 4. Platz gut vertreten. Der KCW hat somit in seiner Vereinsgeschichte zwei Olympiateilnehmer aufzuweisen.
Der Leistungssport hat sich in dieser Form bei uns leider nicht weiterentwickelt. In den letzten Jahren gab es lediglich eine C8-Senioren-Rennmeisterschaft. Wir sind im Bereich Drachenboot in den Leistungssport eingestiegen.
Wandersport bis 1972
Das Befahren von Flüssen und Seen im In- und Ausland hatte immer einen besonderen Reiz. Ruhe und Naturnähe waren damals wie heute begehrt. So blieb es nicht aus, dass gleich nach Vereinsgründung mit dem Wandersport begonnen wurde.
Etwas Zeit musste der Wanderfahrer allerdings mitbringen. Denn anfangs gab es nur Faltboote, die zu Transportzwecken ab- bzw. aufgebaut werden mussten. Damals erfolgte der Transport häufig mit der Bahn, weil nicht jedes Mitglied einen eigenen Pkw hatte. Manchmal erklärte sich auch ein Lkw- Besitzer bereit, die Boote zu transportieren. Natürlich durfte dies nicht viel kosten, denn mit den Finanzen stand es nicht gut. So kam es durchaus vor, dass durch Hilfe beim Be- und Entladen o.ä. von Bargeldzahlungen abgesehen wurde. Auch die Kosten für die Anschaffung der Boote mussten sich die meisten Mitglieder damals mühsam zusammensparen. Die Faltboote hatten den Vorteil, dass sie robust und haltbar waren und Jahrzehnte genutzt werden konnten.

Für den KCW war es immer wichtig, dass viel zusammen unternommen wurde. Besonders bei den Wanderfahrten ging es stets gesellig und lustig zu

Doch die Zeit blieb nicht stehen. Das Zelt wurde durch Wohnwagen und Wohnmobile ersetzt. Immer mehr Mitglieder fuhren eigene Pkw. Der Transport gestaltete sich einfacher, der Zeitaufwand reduzierte sich erheblich und bei der Planung der Wanderfahrten war man wesentlich flexibler.

Vor mehr als 25 Jahren hielt auch der Kunststoff im Boots- und Paddelbau Einzug. Das pflegebedürftige Faltboot wurde von den stabilen Kunststoffbotten, die äußerst pflegeleicht waren, weitestgehend verdrängt. Besonders begehrt war der 10er-Wandercanadier.
